Es mag erst mal widersprüchlich erscheinen: Stress im Herzensbusiness? 

Du magst Dich fragen: „Wie kann es sein, dass man in den Burnout steuert, wenn man doch tut, was man liebt?“  

Was auf den ersten Blick widersprüchlich scheint, liegt in Wahrheit sehr nahe.
Stress kann auch dann entstehen, wenn man tut, was man liebt und wofür man brennt.
Neben den üblichen Stressquellen (Zeitdruck, Arbeitspensum, Konflikte usw.) gibt es sogar einige spezifische, potentielle Stressoren, die vorzugsweise im Bereich „Herzensbusiness“ auftauchen können.

Mehrfach saß ich schon vor einem leeren Blatt Papier und starrte stundenlang Löcher in die Luft. Innerlich suchte ich nach den Inhalten, die eigentlich schon so lange aus mir heraus wollten. Doch es kam einfach nichts. Denn ein chronischer Stress blockierte jenen Zugang, den ich so krampfhaft suchte. Den zu meinem Soulflow.

Wenn wir versuchen, Dinge zu erzwingen, zu beschleunigen, verlieren wir die Verbindung. Authentisches Tun und Wirken – ein Herzensbusiness – geht mit neuen, spezifischen Stressoren einher. Ohne dass wir es merken, können sie sich einschleichen und uns sabotieren. Keiner von uns ist davor gefeit. 
Mit diesem Artikel möchte ich Dir helfen, Dein Bewusstsein für einige dieser spezifischen Stressoren zu schärfen. 

 

4 potentielle, spezifische Stressoren in Deinem Herzensbusiness


1. Idealismus

Wie bereits im Artikel zur Schattenarbeit ausführlich dargelegt, kann Idealismus zur Verdrängung unliebsamer Motive, Regungen und Anteile führen. Sind wir in unserem „authentischen Tun“ wirklich authentisch? Oder mehr damit beschäftigt, einem idealen, Selbst-Bild zu entsprechen? Die Verdrängung oder Unterdrückung dessen, was wir nicht sein wollen, ist wie eine Subtraktion von unserer authentischen Version. So kann Idealismus auf der inneren Ebene sehr leicht zu einer unbewussten Selbst-Ablehnung führen. Wir halten unter Energieaufwand einen Deckel auf einem unliebsamen Topf. So geht uns wichtige Energie verloren. Innerlich bedeutet das chronischen Stress.

 

2. Selbst-Darstellung

Eng verknüpft mit dem Idealismus-Stressor ist die Selbst-Darstellung. Nicht zu verwechseln mit authentischer Performance. Wenn wir aus einem tiefen Antrieb heraus Leistung zeigen, unsere Energie nach Außen bringen, dann sind wir eins mit unserem Tun.
Sei es auf der Bühne als Speaker, als Coach oder als Manager/Mitglied eines Projektteams. Authentische Performance fließt von innen nach außen. Die Verbindung zu den inneren Gründen, zum Seelenfeuer steht. Unser Herzensheld ist aktiv. Wir versuchen nicht, jemand Anderes zu sein. Wir sind und tun. 
In der Selbst-Darstellung versuchen wir hingegen zu „entsprechen“. Unseren eigenen Idealvorstellungen, den vermeintlichen Wünschen Dritter, einem Ideal etc. 

Wenn wir etwas darstellen wollen, was wir nicht sind, ergeben sich daraus gleich zwei Stressoren
1. Unsere Kunden, Klienten, Networking-Partner gewöhnen sich an eine unauthentische, „entsprechende“ Version von uns. Authentisches Sein und Wirken sind erschwert. Je länger wir uns selbst darstellen (anstatt zu sein), umso mehr Energie kostet uns die Rückkehr zur Echtheit. Anspannung und Angst nehmen zu, dass wir in unserer unauthentischen Version „auffliegen“ könnten. Die Folge: Chronischer Stress.
2. Wir sind in einer sehr anstrengenden Fake-Schleife gefangen. Bei unserem Tun und Wirken begleitet uns immer ein zusätzlicher Auftrag: Entsprechen zu müssen. Gerade im Bereich „Herzensbusiness“ stresst uns das massiv. Instinktiv spüren wir, dass wir nicht das leben, was wir sind. Wir wollten doch persönliche Freiheit in unserem Tun erleben! Weshalb kostet das auf einmal so viel Kraft? Vielleicht weil sich ein anhaltendes Bemühen zur Selbst-Darstellung eingeschlichen hat? Wiederum – Stress.


3. Innerer Antreiber

Nahezu jeder Mensch dürfte sie kennen: Zustände, in denen wir verbissenzwanghaft und mit chronischem Druck an einer Sache arbeiten, sie umzusetzen versuchen. Unterliegen wir unbewusst dem Einfluss o.g. Stressoren kann es sein, dass wir uns für unser „Scheitern“ verurteilen. In einem wirklichen „Herzensbusiness“ kann das fatale Folgen haben. Zwang und chronischer Druck entspringen meist fehlenden Vertrauen und einem Mangelbewusstsein. Wir dürfen natürlich zweifeln – das ist in Ordnung. Die Frage ist nur, ob wir es dem Antreiber mit all den Ängsten und Zweifeln gestatten, die Kontrolle zu übernehmen. Denn dann entspringt unser Handeln nicht mehr unserem Soulflow. Wir müssen schneller, besser, weiter! Sonst…! Diese innere Drohung, die wir subtil uns selbst gegenüber unbewusst aussprechen, setzt uns unter Druck. Die Verbindung zu unserem Seelenfeuer und zum Soulflow werden blockiert. 

Hierin kann man sich regelrecht verstricken. Denn in diesem Modus finden wir einfach keinen Zugang mehr zu der spielerisch-kreativen Leichtigkeit. „Es geht doch um mein Herzensbusiness!“ tönt es panisch aus uns heraus. Während wir gestresst und wie wild im Kreis umherwirbeln und alles zu „managen“ versuchen, fließt der Soulflow leicht und würdevoll vor sich hin. Allerdings von uns ungesehen und an uns vorbei. Das Seelenfeuer brennt nach wir vor, doch sie wird nicht mehr genährt. Die Flamme ist noch immer vorhanden, doch sie wird kleiner. Und das spüren wir auf einer Ebene. Der innere Druck wird immer höher. Es gilt, einen Ausstieg aus dem unerbittlichen Antreiber-Modus zu finden.

Wir dürfen unsere Ängste und Zweifel da sein lassen (siehe auch Audio-Übung am Ende des Artikels). Wenn wir uns jedoch von ihnen übermannen lassen, übernimmt der innere Antreiber das Kommando. Bildlich gesprochen ist es wenig wahrscheinlich, dass wir den Weg zu unserem natürlichen Soulflow aus Angst und durch innere Peitschenhieben finden. 

4. Ergebnisorientiertes Overcommitment 

Wenn wir uns tief in uns für unser wahres Sein und Wirken entscheiden, kann dieses Commitment einen Energiesturm freisetzen. Eine neue Kraft, die wir auf diesem Weg auch brauchen. Diese Ur-Kraft kann sich von allem unterscheiden, was wir bisher im Bereich der Arbeitswelt erlebt haben. Sie entspringt der Freude, der Aussicht auf persönliche Freiheit im Tun und Sein. Er führt in ein neues Paradigma

Das alte Paradigma der bekannten Arbeitswelt besteht aus vordefinierten Aufgaben und Arbeitsprozessen.  Stellenbeschreibungen geben den Rahmen unseres Tuns vor. Es gibt Regeln der Effizienz, der Optimierung – sei es finanzieller oder zeitlicher Natur. 

Mit dem Commitment zum Herzensbusiness, der Aktivierung des Herzenshelden betreten wir Neuland.
Authentisches Wirken und Tun, der Erfolg unseres Herzensbusiness sind mit dem Grad unserer eigenen Authentizität verbunden. Und das beinhaltetet einen Prozess. Dieser lässt sich nicht in ein Diagramm packen. Die Entwicklung hin zu echtem Sein und Tun hat ihren eigenen Rhythmus.
Das alte Paradigma fordert oft, dass es „schneller“, „ökonomischer“ oder „reibungsloser“ gehen soll. Erfolg wird am Profit gemessen. Hier sind wir Ausführende von Aufträgen, die extern durch marktwirtschaftliche Regeln generiert wurden. 

Im Bereich des Herzensbusiness gibt es keinen äußeren Auftrag. Der Herzensheld agiert als ausführendes Organ für das Flüstern Deines Seelenfeuers. Du bist immer das Ziel. Und Du bist immer im Sein und im Werden. Es erfordert zuweilen Geduld: Ein „Sein lassen“, ein „Reifen lassen“. Rainer Maria Rilke hat dies ganz wunderbar in seinem Werk „Über die Geduld“ zum Ausdruck gebracht.

Dafür fehlt uns oft die Vorlage, die Blaupause. In der ökonomisierten Arbeitswelt spielen diese Prozesse teilweise auch eine Rolle (Mitarbeitergespräche, Mitarbeiterentwicklung). Doch diese Ziele und Entwicklungen sind immer an den Rahmenbedingungen des Unternehmens orientiert. Die Rahmenbedingungen für das authentische Wirken stellen sich anders dar. Es gelten andere Regeln und Gesetzmäßigkeiten. Es braucht einen Prozess-Rahmen, in welchem der Herzensheld sich dem Soulflow widmen kann. Wo er die inneren Prozesse, Entwicklungen beobachten, justieren und steuern kann. 

Es ist alles in uns, was wir benötigen. Doch in uns ist immer viel in Bewegung, in Veränderung begriffen. Dies dürfen wir verstehen, integrieren. Und diesen Prozessen gezielt einen Raum anbieten. Manchmal gelingt uns das nicht, weil wir aufgrund des Vertrauten (altes Paradigma) in einen Zustand geraten, den ich als Overcommitment bezeichne.

Wir versuchen mit den alten Regeln unsere individuellen Prozesse zu erzwingen, zu beschleunigen, zu ökonomisieren. Wir verkennen den „wilden Fluss“, der sich natürlicherweise immer verändert und aus dem Ergebnisse geboren werden. Wir sind zwar commitet, sogar overcomittet. Doch dieses Overcommitment gilt eher dem Ziel/Ergebnis, weniger dem Prozess. Wir wollen zu schnell, zu viel erreichen und überfordern uns dadurch selbst. Wir kreieren Widerstand gegenüber dem Prozess: Wir sind im Stress.  

Durch unbewussten Widerstand erzeugen wir Druck. Wir lassen unserer Entwicklung keinen Raum und laufen so Gefahr, den Kontakt zur Freude, der eigenen Natürlichkeit und unseren inneren Gründen zu verlieren. Mit anderen Worten: Wir hören das Flüstern des Seelenfeuers nicht mehr. Der Soulflow gerät ins Stocken. Wir wollen jetzt anders sein oder fühlen. Es ist nicht ok, wie es jetzt ist. Und schwupps – wir haben unbewusst den Prozess-Rahmen des Vertrauens verlassen. 

Overcommitment ist immer ein Ergebnis von fehlendem Verständnis und Vertrauen in die eigene Ent-wicklung. Es bereitet uns innerlichen Stress und stellt sich zwischen uns und die gesunde Beziehung zu uns selbst, die wir für unser authentisches Herzensbusiness benötigen.



Umgang mit Stressoren im Herzensbusiness

Die 4 spezifischen, potentiellen Stressoren im Bereich authentisches Wirken und Herzensbusiness können den Soulflow unterbrechen. Wir arbeiten, kämpfen, engagieren uns für unser authentisches Wirken. Dass wir dabei schon längst nicht mehr im Vertrauen sind, übersehen wir. Erschrocken stellen wir fest, dass wir das Flüstern in uns gar nicht mehr hören, das Feuer nicht mehr spüren. Orientierungslosigkeit, Zweifel und Ängste können die Folge sein. 

Wir dürfen uns bewusst machen, dass wir mit dem Herzenshelden in ein neues Paradigma treten. Unsere Fähigkeiten und Werkzeuge dürfen eingesetzt werden. Dazu braucht es Verständnis für dieses Neue. Für dessen eigene Rhythmen, Regeln und Gesetzmäßigkeiten.    

Der Soulflow entspringt einer inneren Quelle. Fließgeschwindigkeit und Wasserstand unterliegen Bedingungen. Sie sind nicht jeden Tag gleich. Sie sind nicht immer vorhersehbar. Hat es zuvor geregnet (z.B. Inspiration), fließt der Soulflow schneller und mit mehr Wucht. In einer langen Trockenphase (z.B. Monotonie) wird er eher sanft vor sich hinplätschern und feinere Rinnsale abbilden. Sind Steine oder Geröll (z.B. Hindernisse) durch seismische Erschütterungen im Flussbett gelandet, ist die Strömung unregelmäßiger, stellenweise vielleicht wilder. Jeder Tag, jede Phase hat eine ganz eigene Natur.   

Bei vielen Speakern, Motivational Coaches und Wegbegleitern ist sinngemäß zu lesen: 


„Wenn Du etwas wirklich willst, dann wirst Du es auch erreichen!“

 

Was wir wollen ist nicht immer das, was wir wirklich wollen. Wenn es jetzt im Gebälk zu knirschen beginnt, ist das gut. 

Wir denken oft, dass wir genau wissen, was wir wollen. Dabei fühlen wir vielleicht noch gar nicht wirklich, was wir wirklich wollen. Unser Verstand bedient sich dessen, was er kennt. Das alte Paradigma. Die alte Schablone. Er weiß, was er will (denkt er). Doch was, wenn die Seele, das Herz etwas anderes möchte? Vielleicht etwas, das der Verstand gar nicht gestatten oder erdenken kann, weil es jenseits dessen liegt, was vorstellbar scheint? 

Unser Herz, unsere Seele nutzt eine andere Sprache. Es überrascht uns auch mit Wünschen, die wir noch gar nicht kennen. Unsere Seele, unser Herz – sie lieben das Abenteuer des Unbekannten! 
Wir dürfen darauf vertrauen, dass wir uns immer weiter ent-wickeln. Ohne Druck. Gleich einer Blume, die naturgemäß wächst, obwohl wir ihre Blütenform und -farbe noch nicht kennen. 

Viele unserer inneren Selbstgespräche können unseren inneren Antreiber (s.o. in Anlehnung an die Schematherapie nach Jeffrey Young) triggern. Der Verstand, die Strenge, die Regeln, das Alte. Die Folge davon ist Stress, chronischer Stress.
Chronischer Stress ist Gift für das Vertrauen, das wir für den Soulflow brauchen. Jenseits des alten Paradigmas dürfen wir Rahmenbedingungen schaffen, die unser Wachstum begünstigen. 

Der Herzensheld kennt die potentiellen Stressoren. Er benennt und konfrontiert sie, begrenzt den inneren Antreiber liebevoll und klar. Er nimmt all jene Aspekte in uns bei der Hand, die im Zweifel und Misstrauen sind. Er begleitet sie in den Prozess-Rahmen und bringt den Soulflow durch Annahme und Geduld wieder ins Fließen. Der Herzensheld weiß zwischen punktuellem und chronischem Stress zu unterscheiden. Er nährt das Seelenfeuer immer wieder mit neuem Holz und leitet die Energie des punktuellen Stress ins Seelenfeuer, um es wachsen zu lassen. Mit flammender Leidenschaft nutzt er so punktuellen Druck für Transformation und Manifestation.  


Wertvolle Tools für Dein Herzensbusiness

Die Initiative Herzensheld möchte Dir, abgesehen von persönlichen Coachings, mit diesem Blog helfen, Vertrauen in Deinen Weg aufzubauen. Hier stelle ich Dir zwei wertvolle Tools zur Verfügung (Click für Download).  

Tool #1: Die Herzensheld-Initiation (PDF).  Sie liefert Dir eine Basisstruktur und den Zündfunken für die Taufe Deines eigenen Herzenshelden. Sie vermittelt Wissen über den Soulflow, den Prozess-Rahmen und die Natur des Herzenshelden. Die Initiation berührt, stuppst an und kann Dir ein wertvoller Wegbegleiter sein.

Tool #2: Zweifel und Ängste gehören zum Weg des Herzenshelden dazu. Mit einer speziell angefertigten Audio-Datei bekommt Dein eigener Herzensheld ein wertvolles Audio-Tool für den Umgang mit Zweifeln und Ängsten an die Hand.
Diese Audio kreiert eine Brücke zu Deinem inneren Herzenshelden. Er trainiert mit ihr, Ängste und Zweifel immer besser zu halten. 

Viel Freude, Geduld und Erfolg!
Ohne Druck und ohne Zwang! 🙂
Alles Liebe, Kristina

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